Großer Erfolg für den Segelnachwuchs aus Walluf: Bei der zweiten Ausscheidungsregatta zur Nominierung der deutschen Teams für die WM/EM in Torbole/Gardasee haben sich eine Seglerin und ein Segler vom SCR (Segelclub Rheingau) eindrucksvoll in Szene gesetzt.
Im italienischen Torbole am Gardasee traf sich Mitte April die internationale Konkurrenz zur entscheidenden Qualifikationsregatta in der Jugendjolle „420er“. Mehr als 100 Boote aus sieben Nationen gingen an den Start und sorgten für hochklassige Wettfahrten unter anspruchsvollen Bedingungen. An vier Tagen wurden 10 Rennen gesegelt. Der Gardasee, der für seine thermischen Winde (Ora) bekannt ist, bescherte Windstärken zwischen zwei und sechs Bft (Beaufort).
Lisa Raab sichert WM-Ticket
Erfolgreich verlief das Wochenende für Vorschoterin Lisa Raab (17) und Steuerfrau Helene Wensel (Württembergischer Yachtclub), sie errangen den fünften Platz in der Damen-Gesamtwertung. In dem starken Teilnehmerfeld zeigte das Duo konstante Leistungen und belohnte sich mit dem begehrten Startplatz für die Weltmeisterschaft 2026.
In der Gesamtwertung belegten die beiden den 35. Platz.
Jacob Cross überzeugt bei internationaler Konkurrenz
Auch Jacob Cross (17) präsentierte sich mit seinem neuen Segelpartner Paul Schmitz (Düsseldorfer Yachtclub) in hervorragender Form. Das Team beendete die Regatta als zweitbeste deutsche Mannschaft und setzte damit ein deutliches Ausrufezeichen. In der Gesamtwertung belegten sie Rang fünf hinter zwei slowenischen, einem deutschem und einem kroatischen Team. „Die internationale Konkurrenz erschien uns im letzten Jahr noch unbesiegbar. Doch wir haben an unserem Bootsspeed gearbeitet und können jetzt mithalten“, so Jacob Cross stolz nach der Regatta.
Mit überwiegend Top-5-Platzierungen sowie einem Tagessieg bewies das Duo sein großes Potenzial. Besonders bemerkenswert: Zur Konkurrenz gehörten unter anderem Teams, die im vergangenen Jahr bereits bei der Weltmeisterschaft ganz vorne platziert waren – darunter auch die damaligen Viertplatzierten.
Ein Materialschaden direkt am Start im letzten Rennen hätte ihnen fast die gute Platzierung gekostet. Doch die beiden versierten Segler retteten sich mit Platz neun über die Ziellinie und konnten ihren fünften Platz im Gesamtklassement verteidigen. Trainer Alex Cross rutschte kurzzeitig das Herz in die Hose „eine Leine am Großsegel war gerissen, das kann man während der Wettfahrt nicht reparieren. Ohne den Schaden, wäre deutlich mehr drin gewesen.“
Trotz Abitur noch zur Qualifikation
Ursprünglich hatte Jacob Cross geplant, sich in den Osterferien vollständig auf seine bevorstehenden Abiturprüfungen zu konzentrieren. Dennoch wollte der ambitionierte Segler zumindest die Qualifikationsregatta noch mitsegeln. Dass die Regatta derart erfolgreich verlaufen würde, hatte im Vorfeld kaum jemand erwartet. „Es macht einfach Spaß am Gardasee zu segeln, das wollte ich mir nicht entgehen lassen. Die nächste Woche werde ich dann ein paar Nachtschichten einlegen und einen Endspurt fürs Abi hinlegen. Die Motivation dafür hab ich ja jetzt“ sagte der siebzehnjährige.
Dank an Verein und Verband und Hoffnung auf starke Weltmeisterschaft
Nach dem erfolgreichen Wochenende zeigte sich Jacob Cross dankbar für die Unterstützung im vergangenen Jahr: „Ich freue mich riesig über die Qualifikation. Ein besonderer Dank gilt dem Segelclub Rheingau und dem Hessischen Seglerverband, die mich im letzten Jahr stark unterstützt und gefördert haben. Ohne diese Hilfe wäre dieser Erfolg kaum möglich gewesen.“
Die Ergebnisse vom Gardasee machen nun große Hoffnung für die kommende Weltmeisterschaft im Sommer 2026 in Biscarrosse an der französischen Atlantikküste. Mit ihren Leistungen haben die Wallufer Jugendlichen gezeigt, dass sie auch auf internationalem Niveau konkurrenzfähig sind.

