Noch bevor die Segelsaison so richtig losgeht und der Rheinsegler seine Libellen, Condore (und andere niedliche Wesen) zum Ansegeln am 1. Mai auf die Weide…äh den Rhein treibt, kamen die wilde Sau und das heiße Hühnchen schon aus dem Stall. Die beiden J/70 Boote “Wildsau” und “Hot Chick”, wie sie amtlich heißen, dienen ja schon seit geraumer Zeit als Trainingsboote des SCR-Bundesliga Teams. Und da die Wettkampf-Saison dieses Jahr schon früh startet, bedeutet das auch schon sehr früh im Jahr Action auf dem Rhein.

Rückblende: Noch spät im vergangenen Herbst, als alle Boote schon längst vom Steg in die Halle verfrachtet waren und die Weihnachtsbeleuchtung schon glänzte, tummelten sich sich dunkle vermummte Gestalten vor dem Clubhaus. Die Gelben Kapuzen verrieten es den Eingeweihten: “Die sind nicht zum Vergnügen hier!”  Mit einem letzten Aufbäumen hatten sich die Bundesliga-Teams vom Segelclub Rheingau und gastweise vom Frankfurter Yachtclub gegen die gefürchtete Wintersaison aufgebäumt: Segeltraining bis das Fall reisst. “Boot kaputt, Tagesziel erreicht.”, so Falko Braun, damals lakonisch über die letzte Runde bevor es eisig wurde.

Nun ist es zwar noch nicht wirklich warm, aber die gelben Kapuzen sind schon seit Mitte März schon wieder am Start. Und Teamchef  Falko Braun auch. Die sind echt nicht zum Vergnügen hier… Immerhin zeigten sich erste Sonnenstrahlen, wenngleich der mäßige Wind noch Wildsau-kalt war. Wie schon Ende letzten Jahres begrüßte der SCR wieder des Team des FYC als Gast und Sparringspartner. Ein schöne Kooperation der beiden hessischen Vereine, zudem hatte der FYC  kurzfristig sein eigenes Boot zum Training nach Walluf gebracht, so dass sogar drei J/70 am Start waren.  

Diesmal ging es nicht im heißen Ritt über Wind und Welle im Hauptstrom — der Schiersteiner Hafen war das Ziel. Während reichlich spätwinterliche Passanten das Ufer säumten, standen an Bord Manöverabläufe, Kommunikation, viele Starts  und einige kurze Testrennen auf dem Program. Der  Hafen als strömungsfreies Revier bot die richtigen Bedingungen, gerade auch im Hinblick auf die Erfahrung einiger Leichtwindtage bei den letzten Bundesliga-Regatten. 

Genau so unterschiedlich, wie die Bedingungen eines Rennen sein können, zeigten sich die Teams: Die Altersspanne in den Booten erstreckte sich über 50 Jahre (18 bis 68), 9 Männer, 3 Frauen und 4 verschiedene Nationen in den 3 Booten. Das Rennen zurück in den Wallufer Hafen und an den Kran gewann der Frankfurter Yachtclub während zeitgleich die Eintracht ein herbe Niederlage gegen Mainz 05 hinnehmen musste. Tja, auch am Main kann man eben nicht alles gleichzeitig haben…

Erkenntnis des Tages: Erfolgt kommt nur durch viel und hartes Training, die dicke Jacke wird noch ein wenig gebraucht und Annka hat den Steuermännern in der Hot Chick heiße Duelle geliefert. Der Bundesliga-Auftakt rückt näher…