In den vergangenen Jahren hat sich der SCR für das Stegfest ja immer gezielt den heißesten Tag des Jahres ausgesucht (siehe hier, hier und hier…). Dieses Jahr war die Zeitplanung allerdings ein wenig daneben: Wir hatten zwar den heißesten Monat des Jahres getroffen, aber nach einem Temperatursturz in den vorherigen Tagen war der 23.8. eher weniger rekordverdächtig. Also mussten andere Superlative her.

Wie wäre es damit: Der steilste Abstieg zur Partylocation… schließlich kämpft der Rhein ja schon seit Wochen mit extremem Niedrigwasser und Mainzer Pegelständen von bis zu 1,04 m wenige Tage zuvor. Dementsprechend war für tiefergehende Boote die Segelsaison sowieso schon unterbrochen – also eine gute Gelegenheit für eine “Kletterpartie” zum extrem tief schwimmenden Clubsteg.

Von Klaus Mehl und Team wie immer perfekt organisiert sitzen die Handgriffe längst: ein paar Payrtypavillions kreativ auf dem Steg verteilt, einige Wannen mit eisgekühlten Getränken und genug Tische für das Buffet. Letzteres wurde wie immer von allen Beteiligten selbst beigesteuert. Der Kreativität waren hierbei keine Grenzen gesetzt: ob Frikadellen, Salate, Pizzaschnitten, Kuchen, mehrerlei gefüllte Windbeutel, Kekse oder selbstgemachte Zitronenlimonade. Die Club Mitglieder in Feierlaune hatten sich ins Zeug gelegt und fleißig vorbereitet. Da störte es auch nicht, dass man sicherheitshalber eine Jacke dabei haben sollte. 

Und da es auch nicht perfekte Segelbedingungen waren, bestand keine Gefahr dass andere Prioritäten der Feier im Weg standen. Vielleicht mit Ausnahme des Bundesliga-Teams, das im Laufe des Tages noch bei Schwachwind in Schierstein trainiert hatte und mit etwas Verspätung seine  J/ 70 im Labyrinth der Flachstellen zum Kran schleppte, bevor es ans Essen ging.

Während der Rhein also niedrig vor sich hin dümpelte stieg die Stimmung deutlich höher. Dazu ein herrliches Abendlicht, das sich im Wasser und im Rieslingglas spiegelte — was will man mehr! Wie spät es dann am Abend genau wurde, lässt sich im Nachhinein nicht mehr genau feststellen. Gut, wer eine passende Übernachtungsgelegenheit am Steg bereitstehen… bzw. …schwimmen hatte. 

In Summe wieder ein schöner Beweis für eine lebendige Gemeinschaft unter Seglern. Auch bei Niedrigwasser…